Gründerstory: Wie Namo Wrede mit 3 Standbeinen die Bank überzeugte
Kreative Freiheit ist der Antrieb vieler Köche, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Doch Freiheit braucht finanzielle Sicherheit. Namo Wrede („Namos Kitchen“ in Heidelberg) zeigt, wie man Kreativität und kaufmännische Vernunft in einem Businessplan vereint, der auch Banken überzeugt – wenn man die richtigen Partner an der Seite hat.
Namo Wrede hat sich nach mehr als zehnjähriger Berufserfahrung als Küchenchef in Heidelberg selbstständig gemacht. Foto: Oliver Matlok
Wenn die Leidenschaft auf den Bankberater trifft
Zehn Jahre Erfahrung als Küchenchef bringen Routine am Herd, aber nicht zwangsläufig am Schreibtisch. Namo Wrede wollte „ganzheitlich hinter seiner Arbeit stehen“. Doch im Gründungsprozess stieß er auf eine Hürde, die viele kennen: Die Bank spielte nicht mit. Die Finanzierung stand auf der Kippe.
In genau solchen Momenten entscheidet sich oft das Schicksal einer Gründung. Hier fungiert der DEHOGA nicht als bloßer Zuschauer, sondern als Dolmetscher zwischen zwei Welten. Die Berater übersetzen die gastronomische Vision in die Sprache der Zahlen, die Banken verstehen und fordern.
Strategie: Warum Diversifizierung Leben rettet
Der Betrieb steht auf drei Säulen: Fine Dining, Catering und Tagesessen. Das sei auch ein wichtiger Rat der DEHOGA-Experten gewesen: „Stelle Dich breit auf, denn so wie Du es vorher auf dem Papier geplant hast, kommt es sowieso nicht.“ Und so ist auch die Erfahrung von Namo Wrede: „Das erste Jahr habe ich auch deshalb gut geschafft, weil ich diese drei Geschäftsbereiche habe.“ So konnte er immer wieder nachjustieren: was funktioniert gut, was lasse ich sein – so wolle er sich etwa auf das Tagesgeschäft fokussieren und nicht mehr zusätzlich noch Veranstaltungen machen.
„Mich mit einem Gastro-Profi auf Augenhöhe zu unterhalten, hat mir nochmal ganz andere Perspektiven gebracht – und den entscheidenden Impuls, als die Finanzierung schon fast auf der Kippe stand.“
Outsourcing: Machen Sie nicht alles selbst!
Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg war Namos Erkenntnis: Nur weil ich selbstständig bin, muss ich nicht alles „selbst“ und „ständig“ machen. Er fokussierte sich radikal auf seine Stärke: Die Küche und das Produkt.
Aufgaben, die nicht zu seiner Kernkompetenz gehörten, lagerte er aus:
Buchhaltung & Marketing: An externe Dienstleister.
Versicherungen: Abwicklung über Rahmenverträge des Verbandes (RVM), um Zeit und Geld zu sparen.
Wer versucht, Küchenchef, Buchhalter und Marketing-Manager in Personalunion zu sein, verbrennt sich meist schon im ersten Jahr. Der Verband bietet hier das Netzwerk und die Strukturen, um diese Lasten zu verteilen.
Der Businessplan als „Landkarte“
Oft verschwindet der Businessplan nach dem Bankgespräch in der Schublade. Nicht so bei Namo Wrede. Durch die intensive Überarbeitung mit den Beratern wurde das Dokument von einer „Pflichtübung für die Bank“ zu einer echten Navigationshilfe.
Er nutzt den Plan heute noch, um Soll-Ist-Vergleiche zu ziehen: Bin ich auf Kurs? Wo weiche ich ab? Gerade in den kritischen ersten drei Jahren ist dieses Controlling überlebenswichtig. Der DEHOGA bleibt dabei oft auch nach der Eröffnung als Begleiter an Bord, um bei Kursabweichungen gegenzusteuern.
Fazit: Profi-Hilfe ist kein Zeichen von Schwäche
Namo Wrede hätte fast die Finanzierung nicht bekommen. Der Schritt, sich externe Expertise beim DEHOGA zu holen, war kein Eingeständnis von Unwissenheit, sondern eine unternehmerisch kluge Entscheidung. Der Blick von außen – von Profi zu Profi – schärft das Profil, sichert die Finanzierung und minimiert das Risiko.
Finanzierung wackelt oder Businessplan unscharf?
Banken wollen Sicherheit. Wir helfen Ihnen, Ihren Businessplan so aufzustellen, dass er Finanzierer überzeugt und Ihnen als echter Fahrplan dient. Nutzen Sie unsere geförderten Beratungen – vom Orientierungsgespräch bis zur Nachfolgemoderation.