Auf das Unternehmensumfeld kommt es an: Die Geschichte von Luca und 6 Standort-Regeln für Ihren Erfolg
Viele Gastro-Gründer konzentrieren sich bei der Suche nach ihrem ersten Objekt primär auf die Immobilie selbst: Ist die Küche groß genug? Passt die Miete ins Budget? Doch die harten Wände sind nur die halbe Wahrheit. In diesem Artikel erfahren Sie anhand einer folgenschweren Fehlentscheidung, warum das Umfeld Ihres Betriebs der eigentliche Erfolgsfaktor ist und nach welchen sechs Regeln Sie Ihren Standort systematisch bewerten sollten.
Luca hatte einen Traum
Luca wollte einen Ort erschaffen, an den die Gäste nicht nur zum Essen kommen, sondern einen Ort, an dem die Menschen sich zu Hause fühlen. Er die Gäste mit seinen Speisen begeistern, er war leidenschaftlicher Gastgeber und hatte genügend Geld gespart. Es fehlte ihm nur der perfekte Standort.
Nach langer Suche verliebte sich Luca in ein vorher lange leerstehendes Lokal. Er hatte Glück: die Pacht war nicht hoch und das Lokal hatte alles was er sich wünschte. Luca unterschrieb den Pachtvertrag und renovierte die Räume nach seinen Vorstellungen. Doch die Gäste blieben aus. Luca überlegte, was er falsch gemacht hatte: Er hatte das Umfeld nicht berücksichtigt. Das Lokal lag in einer ruhigen Straße, es gab keinerlei Laufkundschaft und die meisten Anwohner gingen nicht gern aus.
Was Luca gelernt hat – und was Sie wissen müssen
Ein Restaurant existiert nicht in Isolation. Es lebt vom und mit dem Umfeld. Die Lage entscheidet maßgeblich darüber, ob ein Konzept funktioniert oder scheitert. Damit Ihnen nicht dasselbe passiert wie Luca, finden Sie hier sechs wichtige Punkte für die Standortwahl:
1. Wer soll bei Ihnen essen? (Zielgruppe)
Fragen Sie sich: Wer ist die Zielgruppe? Sind es junge Berufstätige, Familien oder Touristen? Die Demografie des Viertels muss zu Ihrem Angebot passen. Ein urbanes, junges Umfeld in Städten wie Stuttgart oder Mannheim verlangt nach anderen Konzepten als eine ländliche Region in Baden-Württemberg mit Hang zur traditionellen Küche.
Tipp: Analysieren Sie die Bewohnerstruktur und den Tagesrhythmus. Büroviertel versprechen ein starkes Mittagsgeschäft, während Wohngebiete eher Abendgäste anziehen.
2. Wie nutzen Sie die Konkurrenz für sich?
Gibt es ähnliche Konzepte in der Nähe? Zu viele Mitbewerber können schwierig sein, gar keine Konkurrenz kann jedoch auf fehlendes Potenzial hindeuten. Ein gastronomisches Cluster kann sogar Gäste anziehen, die Vielfalt suchen.
Tipp: Positionieren Sie sich bewusst. Ein veganes Konzept kann neben einem klassischen Steakhouse als moderner Gegenpol hervorragend punkten.
3. Wie wichtig sind Frequenz und Sichtbarkeit?
Wird Ihr Betrieb im Vorbeigehen wahrgenommen? Eine hohe Passantenfrequenz ist wertvoll, aber oft teuer. Sie müssen prüfen, ob die Miete im Verhältnis zum erwarteten Umsatz steht.
Tipp: Erreichbarkeit ist ein Schlüsselfaktor. Prüfen Sie Parkmöglichkeiten, die Anbindung an den ÖPNV und die Fahrradfreundlichkeit am Standort.
4. Sind Sie ein Destinations- oder ein Frequenz-Standort?
Die Entscheidung für einen Standorttyp muss zu Ihrem Konzept passen:
Destination-Standorte: Orte, die Gäste gezielt anfahren, wie ein Gourmetrestaurant im Schwarzwald. Hier benötigen Sie ein exzellentes Erlebnis, das die Anfahrt rechtfertigt.
Frequenz-Standorte: Orte mit natürlicher Laufkundschaft, etwa in Fußgängerzonen oder an Bahnhöfen. Hier zählen schnelle Zugänglichkeit und ein Angebot, das spontan überzeugt.
5. Was passiert in Ihrer Nachbarschaft? (Infrastruktur)
Fragen Sie sich: Was passiert drumherum? Die Nähe zu Kinos, Einkaufszentren oder Sehenswürdigkeiten kann den Umsatz massiv steigern.
Vorsicht: Achten Sie auf negative Faktoren wie langfristige Baustellen, Leerstand oder eine unsichere Umgebung, die Gäste abschrecken könnten.
6. Wie sieht die langfristige Entwicklung aus?
Ein Standort, der heute günstig ist, kann sich zum Hotspot entwickeln – oder zum Problemfall werden. Informieren Sie sich über die Stadtentwicklungspläne der jeweiligen Kommune.
Tipp: Sprechen Sie mit lokalen Unternehmern, Maklern oder Stadtplanern, um Trends in Baden-Württemberg frühzeitig zu erkennen.
Fazit: Lucas zweite Chance
Luca hat später neu eröffnet – diesmal mitten in einem belebten Viertel mit Cafés, Boutiquen und einem Park. Heute sind seine Tische voll. Nicht, weil er seine Rezepte geändert hat, sondern weil er das Umfeld verstanden hat. Ihr Traum verdient den richtigen Ort: Nicht nur vier Wände, sondern ein Umfeld, das Sie trägt.
Anmerkung: Luca und seine Geschichte basieren auf KI. Luca ist keine reale Person.
Lassen Sie sich bei der Standortwahl fachlich unterstützen
Die Experten des DEHOGA Baden-Württemberg helfen Ihnen mit fundierten Standortchecks und Marktanalysen dabei, den idealen Platz für Ihr Unternehmen zu finden.