Von der Gastro-Idee zum profitablen Business: So planen Sie Ihr Betriebskonzept

Sie haben Ihre Zielgruppe definiert, deren Bedürfnisse verstanden und vielleicht sogar schon ein passendes Objekt im Blick? Großartig! Jetzt beginnt die entscheidende Phase: Die Transformation von der Theorie in die Praxis. Aus einer bloßen Idee wird ein greifbares, kalkulierbares Angebot.

Dieser Schritt ist der wichtigste Baustein für Ihren wirtschaftlichen Erfolg. Hier zeigt sich, ob Ihr Konzept in der harten Realität des Gastgewerbes – vom Foodtruck über das Café bis zum großen Hotel – Bestand hat.

 

Marktanalyse & Gast-Perspektive: Wie wird aus Ihrer Idee ein gefragtes Angebot?

Bevor Sie sich in Details der Einrichtung verlieren, müssen Sie den Blick nach außen richten. Ein erfolgreiches Betriebskonzept spiegelt genau das wider, was Ihre Gäste suchen. Stellen Sie sich folgende Kernfragen:

Öffnungszeiten & Tischplanung: Wann kommen meine Gäste?

Die Festlegung der Öffnungs- und Küchenzeiten (oder Check-in-Zeiten im Hotel) ist essenziell. Ein Business-Hotel in einer Stadt wie Mannheim hat andere Stoßzeiten als ein Ausflugslokal im Schwarzwald. Analysieren Sie genau, an welchen Wochentagen und zu welchen Uhrzeiten Ihre Gäste Bedarf haben, um Personal und Ressourcen effizient einzusetzen.

Gast-Bedürfnisse & Anlässe: Warum kommen Gäste genau in diesem Moment zu mir?

Fragen Sie sich nach dem Grund des Besuchs: Suchen Ihre Gäste eine schnelle Verpflegung in der Mittagspause, ein gemütliches Abendessen, ein Bett für die Nacht oder einen professionellen Ort für eine Tagung? Die Stimmung und das Angebot müssen zum Anlass passen.

Speisekarte & Kalkulation: Wie biete ich Qualität an, die sich rechnet?

Definieren Sie Ihr Sortiment (Speisen, Getränke oder Logis-Leistungen) und das Preisniveau. Die Kunst besteht darin, für die Gäste attraktiv zu bleiben und gleichzeitig genug Gewinn (die sogenannte Marge) zu erwirtschaften, um alle Kosten zu decken.

Marketing & Sichtbarkeit: Wie erfahren die Leute von meinem Betrieb?

Ein exzellentes Konzept nützt nichts, wenn niemand davon erfährt. Planen Sie von Anfang an, wie Sie auf sich aufmerksam machen – sei es über Social Media, Buchungsportale, lokale Zeitungen oder Empfehlungen in Baden-Württemberg.

 

Ressourcenplanung & Abläufe: Was braucht mein Betrieb im Hintergrund?

Nun schauen wir nach innen. Wie setzen Sie Ihre Idee im Arbeitsalltag um?

Gastraum-Design & Wohlfühlfaktor: Wo halten sich die Gäst:innen auf?

Das umfasst den Raum, die Bestuhlung, die Zimmerausstattung und die Dekoration. Das Ambiente (die Atmosphäre) muss exakt zu Ihrer Zielgruppe passen – von der lockeren Strandbar bis zum eleganten Boutique-Hotel.

Team-Struktur & Service: Wer sorgt für das Wohl der Gäste auf?

Ihr Personal ist Ihre wichtigste Ressource. Welche Fachkräfte brauchen Sie in der Küche, im Service oder an der Rezeption? Erstellen Sie klare Aufgabenbeschreibungen für Ihre zukünftigen Gastgeber, damit jeder weiß, was zu tun ist.

Technik & Ausstattung: Welche Werkzeuge sind nötig?

Vom Profi-Ofen in der Küche bis zur Hotel-Software (PMS) oder dem digitalen Kassensystem: Welche Geräte brauchen Sie wirklich, um schnell und in hoher Qualität arbeiten zu können?

Organisation & Mise en Place: Wie laufen Küche und Service reibungslos?

Gute Abläufe sparen Zeit und Nerven. Ein wichtiger Begriff hierbei ist „Mise en Place“ – das bedeutet, dass alle Zutaten, Arbeitsgeräte oder auch die Zimmer-Vorbereitungen so bereitstehen, dass der Betrieb ohne Hektik starten kann. Wenn die Vorbereitung stimmt, klappt es auch mit der Qualität.

Diese Überlegungen sind die Basis für Angebotsgestaltung, Preisbildung, Personalplanung und Ausstattung und vieles mehr! Sie liefern Anhaltspunkte für Kapitalbedarf, Erlös- und Kostenprognosen.

 

Strategisches Fine-Tuning: Den Betrieb langfristig erfolgreich machen

Die „Guest Journey“: Der Weg des Gastes durch Ihren Betrieb

Betrachten Sie die gesamte Reise Ihrer Gäste – von der ersten Online-Recherche über den Aufenthalt bis hin zur Abreise und Bezahlung. Jeder Berührungspunkt beeinflusst die Wahrnehmung Ihres Angebots. Denken Sie an die Erwartungen, die sich entlang dieser Reise entwickeln, und wie Sie diese konsistent erfüllen können. Eine durchdachte Guest Journey schafft Vertrauen und steigert die Bindung.

Profit-Treiber: Wo verdienen Sie wirklich Geld?

Nicht alle Gäste tragen gleichermaßen zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Analysieren Sie, welche Segmente (perspektivisch) den größten Beitrag leisten und richten Sie Ihre Planung darauf aus. So stellen Sie sicher, dass Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie den größten Effekt erzielen.

Marktumfeld: Lernen und sich abgrenzen

Das Umfeld – darunter auch Ihre Wettbewerber – liefern wertvolle Erkenntnisse. Beobachten Sie Trends, identifizieren Sie Erfolgsfaktoren und entwickeln Sie ein Profil, das Sie klar unterscheidet. Differenzierung ist entscheidend, um im Wettbewerb sichtbar und attraktiv zu bleiben.

Timing des Markteintritts

Der Zeitpunkt der Eröffnung beeinflusst die Rahmenbedingungen für Marketing, Auslastung und Liquidität. Berücksichtigen Sie saisonale Effekte und planen Sie Ihre Ressourcen entsprechend. Ein strategisch gewählter Markteintritt kann den Erfolg erheblich begünstigen.

Ihr USP: Was macht Sie unverwechselbar?

Ihr USP (das Alleinstellungsmerkmal) ist der Grund, warum Gäste zu Ihnen kommen und nicht zur Konkurrenz. Finden Sie heraus, was Sie besonders macht – zum Beispiel ein einzigartiges Übernachtungserlebnis, ein besonderes Rezept oder ein außergewöhnlicher Service in Ihrer Region.

Sonstige Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gesetzliche Vorgaben und wirtschaftliche Parameter bilden den Rahmen für Ihr Konzept. Prüfen Sie diese frühzeitig, um Risiken zu vermeiden und Planungssicherheit zu gewinnen. Bestehen ggf. lokale Regelungen zu Sperrzeiten, Lärmemissionen? Welche Betriebswirtschaftliche Zielsetzung verfolgen Sie? Welches Laufzeit- und damit auch Ertragspotenzial bietet der Ihnen angebotene Pachtvertrag?

 

Fazit: Ein solides Fundament für Ihre Gastfreundschaft

Wer sein Betriebskonzept gründlich plant, hat später den Kopf frei für die kreative Arbeit als Gastgeber. Ein guter Plan ist kein Hindernis, sondern die Basis dafür, dass Ihr Betrieb nicht nur funktioniert, sondern Ihre Gäste begeistert!

 

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Ulf Kollross

Strategy & Webdesign Freiburg, Germany

http://www.flowid.de
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Zielgruppen-Analyse: Warum Ihr Erfolg am Gast entscheidet

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